Der Bundesverband Alternative Investments (BAI e.V.), der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO e.V.) und das FTTH Council Europe haben letzte Woche in Berlin einen Investoren-Workshop veranstaltet, um Investoren und Netzbetreiber zusammenzubringen. Im Rahmen des Workshops wurde intensiv über unterschiedlichste Beteiligungs- und Finanzierungsmodelle gesprochen – denn der zukunftssichere Glasfaserausbau wird auch für Finanzinvestoren immer attraktiver.

Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie durchgeführt.

Zeitgleich mit der Vorlage der Vorstellung des neuen TK-Rechtrahmens der EU-Kommission diskutierten mehr als 50 Experten, wie die neuen Ziele der EU für die Gigabitgesellschaft umgesetzt werden können. Hierbei können die Ansätze für Co-Investments und Wholesale-Only-Geschäftsmodelle eine zentrale Rolle spielen, um attraktive Einstiegsmöglichkeiten für Investoren zu schaffen.

„Wir begrüßen den verstärkten Fokus der Kommission auf den privaten Glasfaserausbau im Wettbewerb. Wir sind davon überzeugt, dass keine Bürgerin oder Bürger und kein Unternehmen dabei zurückgelassen werden sollte. Deswegen sollten wir mit allen Stakeholdern zusammenarbeiten, um landesweit attraktive Lösungen zu finden“, sagt Erzsebet Fitori, Director General des FTTH Council Europe.

„Eines steht fest: Glasfaser bis ins Haus (FTTB) oder bis direkt in die Wohnung (FTTH) ist die einzig zukunftssichere Infrastruktur. Um Deutschland zum Wohle von Bürgern und Unternehmen in die Gigabitgesellschaft zu führen, brauchen wir schnellstmöglich ein flächendeckendes Glasfasernetz“, stellt Dr. Stephan Albers, Geschäftsführer des BREKO, fest.

„Die Finanzierung des flächendeckenden Breitbandausbaus in Deutschland und Europa ist die zentrale Herausforderung bei der Verwirklichung des digitalen Binnenmarktes. Selbst mit Fördermitteln wird sich das Ziel einer Gigabitgesellschaft in Deutschland bis 2025 nicht umsetzen lassen. Unser Workshop hat gezeigt, dass institutionelle Investoren bereit sind, die Finanzierung mitzutragen, erwarten dafür aber im Gegenzug Regulierungs- und Investitionssicherheit“, erklärt Frank Dornseifer, Geschäftsführer des BAI.

„Auch der europäische Vergleich zeigt: Der direkte Glasfaserausbau (FTTB /FTTH) vollzieht sich in erster Linie auf lokaler und regionaler Ebene und wird ganz wesentlich von den fast 150 Netzbetreibern des BREKO vorangetrieben. Die Marktentwicklung zeigt: Die Geschäftsmodelle für eigenwirtschaftlichen Ausbau sind gefunden. Auch der Finanzmarkt hat die Attraktivität des Glasfaserausbaus erkannt und beteiligt sich immer häufiger mit erheblichen Summen an Netzbetreibern. Beste Beispiele sind die Deutsche Glasfaser oder die Inexio“, ergänzt Dr. Stephan Albers.

„Digitale Infrastruktur, also der Breitbandausbau, ist eine Anlageklasse mit großem Potenzial. Unter Rendite- und natürlich auch Diversifikationsgesichtspunkten passt sie gerade jetzt in das Portfolio von Versorgungswerken, Pensionskassen und Versicherern. Der BAI hofft, dass diese Anlageklasse jetzt schnell erschlossen wird. Der Workshop hat dazu einen maßgeblichen Beitrag geleistet“, führt Frank Dornseifer weiter aus.

„Das FTTH Council Europe ist entschlossen, Europa zu einem globalen Leitmarkt für Glasfaserinfrastruktur zu machen und dafür Netzbetreiber und Investoren zusammen zu bringen. Jetzt ist die Zeit gekommen, um konkret an skalierbaren Lösungen zu arbeiten, die Anreize für Investitionen langfristig-orientierter Anleger bieten. Dabei können Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern von großen Nutzen sein“, sagt Erzsebet Fitori.

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