Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) spricht sich im Vorfeld der für Anfang kommenden Jahres geplanten Versteigerung von Frequenzen für die Nutzung des künftigen Mobilfunk-Standards 5G für eine regionale Zuteilung bestimmten Frequenzspektrums sowie für eine Diensteanbieter- und MVNO-Verpflichtung der künftigen 5G-Frequenzinhaber aus. Auf diese Weise wird der Wettbewerb im Mobilfunk belebt und die Produkt- und Anbietervielfalt gesteigert.

Nach den Plänen der Bundesnetzagentur (BNetzA) soll das Frequenzspektrum zwischen 3.700 und 3.800 MHz für regionale Zuteilungen zur Verfügung gestellt werden. Der BREKO hält diese Pläne für richtig: Auf diese Weise können regional weitere Anbieter in den Markt eintreten.

„Viele unserer mehr als 170 Netzbetreiber bauen lokal und regional zukunftssichere Glasfasernetze bis in die Gebäude oder bis direkt zum Anschluss des Kunden. Über die Zuteilung lokaler Frequenzen werden sie in die Lage versetzt, Geschäfts- und Privatkunden in ihren Regionen eigene Mobilfunkangebote zu machen und damit auch mobile Glasfasernetze mit Luftschnittstelle zu betreiben“, erklärt BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers. „Insbesondere lokal und regional tätige Geschäftskunden profitieren so von maßgeschneiderten Angeboten, die sich exakt nach ihren individuellen und spezifischen Anforderungen wie etwa der Vernetzung mehrerer Standorte oder der Implementierung von Machine-to-Machine-Lösungen (M2M) richten und eine garantierte Netzabdeckung vor Ort bieten.“

Hinzu kommt: Regionale Netze sind grundsätzlich sicherer als ein einziges, bundesweites Netz. Das betrifft nicht nur die Angriffssicherheit, sondern auch die Ausfallsicherheit, also Betriebsfähigkeit.

Da es auf dem deutschen Mobilfunkmarkt aktuell nur noch drei große Netzbetreiber mit etwa vergleichbar großen Marktanteilen und zudem nur ein begrenztes Frequenzspektrum für die künftige Nutzung von 5G gibt, hält der BREKO darüber hinaus eine Diensteanbieter- und MVNO-Verpflichtung für die künftigen 5G-Lizenzinhaber für notwendig, um den Wettbewerb auch in Zukunft sicherzustellen.

MVNOs sind rein virtuelle Netzbetreiber, die für ihre Angebote zwar das Netz eines Mobilfunkanbieters nutzen, alle weiteren technischen und administrativen Aspekte aber selbst realisieren. Diensteanbieter hingegen vermarkten im Wesentlichen die Angebote der Mobilfunk-Netzbetreiber – auch in individuellen Tarifmodellen – unter eigenem Namen sowie auf eigene Rechnung.

5G: Ohne hochleistungsfähige Glasfaseranbindung kein hochleistungsfähiger Mobilfunk

Durch die ultraschnelle Anbindung aller Mobilfunk-Basisstationen mit reiner Glasfaser wird die optimale Voraussetzung für hochleistungsfähige 5G-Netze geschaffen. Diese werden festnetzbasierte Glasfaseranschlüsse auf diese Weise als „mobile Glasfaser“ sinnvoll ergänzen. 5G wird Glasfaseranschlüsse bis in alle Gebäude – und damit das Festnetz – also keinesfalls ersetzen. Vielmehr wirken diese komplementär zu 5G-Netzen („The wireless future is fixed.“). Das von den mehr als 170 Netzbetreibern des Bundesverbands Breitbandkommunikation (BREKO) unterstützte Infrastrukturziel – Glasfaseranschlüsse bis in alle Gebäude Deutschlands bis zum Jahr 2025 – schafft die unverzichtbare Basis-Infrastruktur für die künftigen Highspeed-5G-Netze.

Um ultraschnelle Bandbreiten per Funk zu jedem Nutzer zu bringen, brauchen 5G-Netze eine hohe Zahl an per Glasfaser angebundener Basisstationen (kleinzellige Netzverdichtung) – und das insbesondere auch in weniger besiedelten, ländlichen Gebieten. Ansonsten leidet die Qualität, weil sich viele Nutzer die vorhandene Bandbreite teilen müssen (Shared-Medium-Effekt). Dies gilt ebenso im Falle der erheblich weniger leistungsfähigen Anbindung von Basisstationen über Richtfunk oder antike Kupferleitungen.

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