Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat heute – im Einvernehmen mit den zuständigen Ministerien – die Gebühren für die „lokalen 5G-Frequenzen“ (Frequenzbereich 3,7 GHz bis 3,8 GHz) festgelegt. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte Anfang der Woche auf dem Digital-Gipfel bereits „mittelstandsfreundliche“ Gebühren angekündigt.

Die Frequenzgebührenverordnung soll nach Unterzeichnung und Verkündung im Bundesgesetzblatt „mit einem sofortigen Inkrafttreten nach Verkündung noch im November geändert“ werden. Der Start des Antragsverfahrens, schreibt die BNetzA, werde „demnächst bekannt gegeben“.

Der BREKO begrüßt die nun erfolgte Einigung innerhalb der Bundesregierung auf moderate Gebühren und den angekündigten baldigen Start des Antragsverfahrens für die lokalen 5G-Frequenzen ausdrücklich.

„Wir freuen uns, dass sich die Bundesregierung nun endlich geeinigt hat, die Gebühren für die lokalen 5G-Frequenzen so zu gestalten, dass insbesondere mittelständische Unternehmen nicht unverhältnismäßig belastet werden und in der Folge von einer Beantragung der Frequenzen absehen. Gerade der Mittelstand als Rückgrat der deutschen Wirtschaft braucht neben leistungsfähigen Glasfaseranschlüssen auch 5G-Campuslösungen, um die zukunftssichernde Digitalisierung vorantreiben zu können“, kommentiert BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers. „Mit Glasfaser bis zum Unternehmen in Verbindung mit 5G als ‚mobiler Glasfaser‘ machen wir die Unternehmen fit für die Digitalisierung und stärken so den Wirtschaftsstandort Deutschland. Die BNetzA muss nun zügig das Antragsverfahren starten, damit der Vergabeprozess für die lokalen 5G-Frequenzen schnellstmöglich beginnen kann.“

Viele der mehr als 190 Netzbetreiber des BREKO bauen lokal und regional zukunftssichere Glasfasernetze bis in die Gebäude oder bis direkt zum Anschluss des Kunden. Über die Zuteilung lokaler 5G-Frequenzen können sie nun insbesondere Geschäftskunden maßgeschneiderte Angebote machen, die sich exakt nach deren individuellen und spezifischen Anforderungen wie etwa der Vernetzung mehrerer Standorte (‚Campuslösungen‘) oder der Implementierung von Machine-to-Machine-Lösungen (M2M) richten und eine garantierte Netzabdeckung vor Ort bieten.

Gerade für mittelständische Unternehmen sind die überwiegend lokal/regional verorteten Netzbetreiber des BREKO ideale Partner zur Realisierung von 5G-(Campus-)Lösungen. Schon jetzt hat eine Vielzahl von BREKO-Netzbetreibern signalisiert, dass sie in dieses Geschäftsmodell einsteigen wollen – so etwa der baden-württembergische Netzbetreiber NetCom BW, eine Tochter des Energieversorgers EnBW. Die NetCom BW befindet sich bereits in Gesprächen mit diversen Mittelständlern, um diese mit ihrem Know-how in der Planung, Realisierung und dem Betrieb solcher Funknetze zu unterstützen.

„Lokale 5G-Lösungen ergänzen unser Dienstleistungsportfolio für Geschäftskunden optimal“, sagt Bernhard Palm, Geschäftsführer der NetCom BW und BREKO-Präsidiumsmitglied. „Wir stehen in den Startlöchern und wollen konkrete Pilotprojekte zum Aufbau von Campuslösungen realisieren.“

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