Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) wird im Juli dieses Jahres mit einer eigenen Handelsplattform für ultraschnelle Glasfaseranschlüsse starten. Die internetbasierte Plattform bringt Anbieter von Glasfasernetzen sowie Nachfrager – von kleinen, lokalen City-Carriern bis hin zu bundesweit operierenden Großkonzernen – zusammen. Auf diese Weise wird das Vermarktungspotenzial für Glasfaseranschlüsse erheblich gesteigert. Denn nur mit einer möglichst hohen Netzauslastung lassen sich Glasfasernetze wirtschaftlich betreiben. Die BREKO Handelsplattform steht allen Marktteilnehmern – unabhängig von einer Verbandsmitgliedschaft – gleichermaßen offen.

Hintergrund: Die Kosten für eine flächendeckende Glasfaser-Erschließung bis in alle Gebäude Deutschlands können – auch unter Einbezug staatlicher Fördermittel – nicht von einem Unternehmen allein aufgebracht werden. Daher ist es wichtig, die Kräfte und Finanzmittel zu bündeln. Mit der BREKO Handelsplattform schafft der führende deutsche Glasfaserverband nun ein funktionierendes Open-Access-System, über das alle Anbieter diskriminierungsfrei Vorleistungen einkaufen können und der Glasfaserausbau im Wettbewerb weiter forciert werden kann.

Die BREKO Handelsplattform wird von der verbandseigenen BREKO Einkaufsgemeinschaft (BREKO EG) betrieben. Die technische Realisierung erfolgt über die Dienstleister 1&1 Versatel und vitroconnect. Mit beiden Unternehmen werden auf der heute eröffneten BREKO Glasfasermesse 2017 in Frankfurt/Main die offiziellen Vorverträge unterzeichnet. Daneben veranstaltet die BREKO Einkaufsgemeinschaft auf der Messe ein eigenes Seminar zur Vorstellung der neuen Handelsplattform.

Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, begrüßt die Initiative. Bei der heutigen Eröffnung der BREKO Glasfasermesse 2017 betonte Bär, sie unterstütze solche anbieterübergreifenden Kooperationen. „Das Plattformmodell führt Angebot und Nachfrage beim Glasfaserausbau zusammen. Es leistet damit einen wichtigen Beitrag, um den Netzausbau gezielt voranzutreiben und Deutschland fit zu machen für die Gigabit-Gesellschaft.“

BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers kommentiert den Start der BREKO Handelsplattform: „Der für den Wirtschaftsstandort Deutschland dringend erforderliche Ausbau von Gigabit-Netzen wird hierzulande in hohem Maße von City- und Regionalcarriern sowie Stadtwerken vorangetrieben – und das insbesondere auch in ländlichen Gebieten, den so genannten ‚weißen Flecken‘. Lokale und regionale Netzbetreiber können ihre Netze über unsere Plattform nun auch großen, überregionalen Nachfragern anbieten. So werden kleine Netze groß!“

Da die BREKO Handelsplattform die in der TK-Branche üblichen Standards und Schnittstellen (WITA, S/PRI) nutzt, werden die Transaktionskosten minimiert. So können auch Großkonzerne die Plattform unkompliziert im Zusammenspiel mit ihren eigenen Systemen nutzen.

„Die BREKO Handelsplattform ist ein weiterer Katalysator für den bundesweiten, flächendeckenden Glasfaserausbau“, ist Karsten Schmidt, Vorstandsvorsitzender der BREKO Einkaufsgemeinschaft, überzeugt. „Damit ermöglichen wir eine optimale Auslastung bereits bestehender sowie zukünftiger Glasfasernetze, so dass mehr Finanzmittel für den weiteren Glasfaserausbau im Wettbewerb zur Verfügung stehen.“

Die Nutzung der BREKO Handelsplattform ist auch für bundesweit operierende Internetanbieter sehr attraktiv: Bislang müssen nationale Nachfrager mit den zahlreichen lokalen und regionalen Anbietern individuelle (und aufwändige) Lösungen erarbeiten, um ein bundesweites Endkunden-Angebot bereitstellen zu können. Die internetbasierte BREKO Handelsplattform ermöglicht über standardisierte Prozesse und Schnittstellen nun unkompliziert den Zugang zu Glasfasernetzen in ganz Deutschland. Allein im BREKO haben sich bundesweit mehr als 160 Netzbetreiber zusammengeschlossen.

„Natürlich steht die BREKO Handelsplattform auch der Deutschen Telekom offen und dürfte für den Bonner Konzern von großem Interesse sein“, unterstreicht in diesem Zusammenhang der Geschäftsführer der BREKO Einkaufsgemeinschaft, Jürgen Magull. „Wir werden daher aktiv auf die Telekom zugehen.“

Unsere Mitglieder