Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) startet – wie auf der BREKO Glasfasermesse 2017 offiziell bekanntgegeben – mit einer eigenen Handelsplattform für ultraschnelle Glasfaseranschlüsse. Die internetbasierte Plattform bringt Anbieter von Glasfasernetzen sowie Nachfrager – von kleinen, lokalen City-Carriern bis hin zu bundesweit operierenden Großkonzernen – zusammen. Auf diese Weise wird das Vermarktungspotenzial für Glasfaseranschlüsse erheblich gesteigert. Denn nur mit einer möglichst hohen Netzauslastung lassen sich Glasfasernetze wirtschaftlich betreiben. Die BREKO Handelsplattform steht allen Marktteilnehmern – unabhängig von einer Verbandsmitgliedschaft – gleichermaßen offen.

Die BREKO Handelsplattform wird von der verbandseigenen BREKO Einkaufsgemeinschaft (BREKO EG) betrieben. Die technische Realisierung erfolgt über die Dienstleister und BREKO-Mitglieder 1&1 Versatel und vitroconnect.

Wie geplant hat nun die Registrierungsphase für die BREKO Handelsplattform begonnen: Ab sofort haben alle fast 170 BREKO-Netzbetreiber sowie alle weiteren interessierten Carrier die Möglichkeit, sich für eine Anbindung unter dem Dach der BREKO Handelsplattform registrieren zu lassen. Anbieter, die ihre Netze für möglichst viele Nachfrager im Markt öffnen wollen, können sich über die Lösungen beider Dienstleister entsprechend anbinden lassen. Voraussichtlich im Frühherbst werden dann erste Glasfaseranschlüsse auf der neuen Plattform aktiv vermarktet werden können.

Die vorbereiteten Standardvertragswerke, die einen schnellen Zugang ohne weiteren großen juristischen Aufwand ermöglichen, werden durch die BREKO Einkaufsgemeinschaft bereitgestellt. Das Erarbeiten individueller und aufwändiger Einzellösungen entfällt damit. Da die BREKO Handelsplattform die in der TK-Branche üblichen Standards und Schnittstellen (WITA, S/PRI) nutzt, werden die Transaktionskosten minimiert. So können auch Großkonzerne die Plattform unkompliziert im Zusammenspiel mit ihren eigenen Systemen nutzen.

„Jetzt geht es wirklich los“, freut sich Jürgen Magull, Geschäftsführer der BREKO Einkaufsgemeinschaft. „Die Nachfrage aus dem TK-Markt ist seit der offiziellen Vorstellung der BREKO Handelsplattform Mitte April stetig gewachsen. Es gibt bereits zahlreiche Interessenten für unsere innovative Open-Access-Plattform.“

Über die Lösung von vitroconnect wird auch die heute bekanntgegebene Kooperation zwischen dem BREKO-Netzbetreiber EWE TEL und der Deutschen Telekom realisiert: Die beiden Unternehmen haben Partner-Verträge für die gegenseitige Nutzung ihrer Glasfasernetze geschlossen und können ihre eigenen Angebote auf diese Weise auch auf den Netzen des Wettbewerbers vermarkten.

EWE TEL profitiert damit von einer höheren Auslastung seiner Glasfasernetze und kann so den weiteren Rollout ultraschneller Glasfaserleitungen zugunsten von Bürgern und Unternehmen forcieren. Der Netzbetreiber treibt den Glasfaserausbau in Nordwestdeutschland schon bislang erheblich voran und  investiert in den kommenden knapp zehn Jahren mehr als eine Milliarde Euro in einen umfassenden Glasfaserausbau mit direkten Glasfaseranschlüssen bis ins Gebäude.

„Die Kooperation zwischen EWE TEL und Deutscher Telekom ist ein weiteres Beispiel für eine gewinnbringende Kooperation anstelle unsinnigen Doppelausbaus“, begrüßt BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers die Vereinbarung. „Wir werden unsere bereits begonnenen Gespräche mit der Deutschen Telekom weiter intensivieren, um künftig viele weitere solcher Verträge direkt über die BREKO Handelsplattform abzuwickeln.“

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