• Glasfasernetze verbrauchen pro Bitrate bis zu siebzehnfach weniger Strom als Vectoring- bzw. Super-Vectoring-Netze
• Glasfasernetze sind leistungsstark, zukunftssicher und nachhaltig und damit we-sentliches Fundament für die Digitalisierung und das Erreichen der Klima- und Nachhaltigkeitsziele
• Digitalisierung und Nachhaltigkeit müssen mit Nachdruck weiter vorangetrieben werden

Die Corona-Krise verändert das Leben, Arbeiten und die Wirtschaft grundlegend und stellt unser Land vor große Herausforderungen. Sie zeigt aber auch, welche Chancen in der Digitalisierung stecken. Die Vorteile der Digitalisierung sind für viele Menschen, Unternehmen und in der Verwaltung in den letzten Wochen und Monaten erlebbar geworden. Ob Homeoffice, Homeschooling, Videokonferenzen oder digitale Angebote der Verwaltung. Es gilt jetzt, diese und viele weitere Potenziale, auch im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung in Deutschland und Europa, zu nutzen. Eine Rückkehr zum Status quo vor der Corona-Krise kann es nicht geben. Die Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit, die vor Corona in Deutschland und Europa ganz oben auf der politischen Agenda standen, müssen jetzt erst recht weiterverfolgt werden.

Einen wichtigen Beitrag zu mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit leisten echte Glasfasernetze (Fiber to the home – FTTH), die zudem die Grundlage für die fortschreitende Digitalisierung sind. Dies bestätigt ein aktuelles Gutachten von Prof. Dr.-Ing. Kristof Obermann von der Technischen Hochschule Mittelhessen, das die Nachhaltigkeit von reinen Glasfasernetzen und kupferbasierten Telekommunikationsnetzen (Fiber to the curb – FTTC; VDSL2 Vectoring, Super-Vectoring) untersucht hat. Der Schwerpunkt der Untersuchung lag auf einer vergleichenden Darstellung des Energiebedarfs im laufenden Netzbetrieb. Bezogen auf den Stromverbrauch pro Bitrate kommt das Gutachten zu dem Ergebnis, dass kupferbasierte Netze bei einer angenommenen Aus-lastung von 50% - 100% um das Drei- bis siebzehnfache mehr Strom verbrauchen als echte Glasfasernetze. Bei einer deutschlandweiten Versorgung mit echten Glasfasernetzen lassen sich bis zu 1100 Megawatt (MW) an elektrischer Leistung gegenüber kupferbasierten Netzen einsparen. Zum Vergleich: Das siebtgrößte deutsche Kohlekraftwerk „Schwarze Pumpe“ erreicht eine Leistung von 1600 MW.

„Obwohl wir in Bezug auf FTTC-Netze einige optimistische und für FTTH-Netze sehr konservative Annahmen getroffen haben, sind FTTH-Netze in jedem Szenario (deutschlandweit, städtische- und ländliche Gebiete) nachhaltiger als FTTC-Netze. Das Gutachten zeigt außerdem klar: Je stärker die Datenraten steigen, desto größer ist das Einsparpotenzial der Glasfaser“, erklärt Prof. Dr. -Ing. Kristof Obermann.
„Die Ergebnisse des Gutachtens der Technischen Hochschule Mittelhessen bestätigen einmal mehr, dass die mehr als 200 BREKO-Netzbetreiber mit ihrem klaren Fokus auf den zukunftssicheren und jetzt auch wissenschaftlich bestätigten nachhaltigen Glasfaserausbau die Weichen richtig gestellt haben. Mit jedem neu errich-teten Glasfasernetz ebnen wir den Weg in eine nachhaltige digitale Zukunft“, unterstreicht BREKO-Geschäfts-führer Dr. Stephan Albers.

Der BREKO hat sich zudem mit dem heute veröffentlichten Positionspapier „Glasfasernetze und digitale Anwendungen für eine nachhaltige Entwicklung in Deutschland und Europa“ zum Thema Nachhaltigkeit klar po-sitioniert und konkrete Forderungen an die Politik formuliert. So fordert der BREKO u.a. den Start einer euro-päischen Kampagne zu Digitalisierung und Nachhaltigkeit im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im 2. Halbjahr 2020.

„Wenn wir es ernst meinen mit dem European Green Deal und den Klimazielen 2030 müssen wir Nachhaltigkeit und Digitalisierung zusammen denken und stärker miteinander verknüpfen. Glasfasernetze, die einen nahezu unbegrenzten Datentransport ermöglichen, sind dabei ein wichtiger Baustein und die Grundlage für den Einsatz von digitalen Anwendungen zur Energie- und Ressourcenoptimierung. Die Politik muss die Digi-talisierung unter Einsatz der Glasfasernetze als wichtigen Hebel für die Erreichung der Klima- und Nachhal-tigkeitsziele anerkennen und in ihre Strategien einbeziehen“, unterstreicht Prof. Dr. Gerold Janssen vom Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung in Dresden und Mitglied des BREKO-Beirats, der an der Erstel-lung des Papiers wesentlich mitgewirkt hat.

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