BEREC Stakeholder Forum: Investitionsfreundliche Regulierung und fairer Netzübergang im Fokus
Am 31. März 2026 hat der BREKO am 14. BEREC Stakeholder Forum in Brüssel teilgenommen. Im Mittelpunkt standen die Weiterentwicklung des europäischen Regulierungsrahmens, die Transformation der Festnetzinfrastrukturen sowie erste Perspektiven auf das BEREC-Arbeitsprogramm 2027. Die Diskussionen haben erneut gezeigt: Wettbewerbsfähigkeit, Investitionen und Verbraucherschutz müssen in der europäischen Telekommunikationspolitik künftig noch stärker zusammengedacht werden.
Regulierungsrahmen: Mehr Praxisnähe und stärkere Einbindung der nationalen Behörden
Im Meet & Greet zum Regulatory Framework stand die Frage im Zentrum, wie Regulierung künftig Wettbewerbsfähigkeit, Investitionen, Nachhaltigkeit und Verbraucherinteressen besser miteinander verbinden kann. Aus Sicht vieler Teilnehmender braucht es dafür vor allem mehr Praxisnähe in den europäischen Gesetzgebungsprozessen. Technische und regulatorische Expertise sollte früher und systematischer eingebunden werden.
Deutlich wurde zugleich, dass bei Marktdefinition, Binnenmarktkoordination und Aufsicht weiterhin erheblicher Klärungsbedarf besteht. Mehrfach angesprochen wurden Spannungen zwischen Innovationsförderung und Regulierung sowie die Sorge, dass etablierte Marktakteure zu starken Einfluss auf regulatorische Prozesse nehmen könnten. Vor diesem Hintergrund wurde eine stärkere Rolle nationaler Regulierungsbehörden gefordert.
Festnetzinfrastrukturen: Klare Regeln für den Übergang auf neue Netze
Im zweiten Meet & Greet zur Fixed Network Evolution ging es vor allem um Netzabschaltungen und die Migration auf neue Infrastrukturen. Diskutiert wurden regulatorische, technische und operative Herausforderungen eines solchen Übergangs. Ein zentrales Ergebnis: Der Wechsel auf neue Netze braucht klare regulatorische Leitlinien, transparente Prozesse und eine enge Abstimmung zwischen Netzbetreibern und Regulierungsbehörden.
Besonders wichtig war zudem die Frage, wie der Wettbewerb während der Übergangsphase gesichert werden kann. Im Forum wurde betont, dass regulatorische Instrumente so ausgestaltet sein müssen, dass Marktverzerrungen vermieden und faire Bedingungen während der Migration gewährleistet werden. Auch Infrastruktur-Sharing sowie der Umgang mit Kupferleitungen in Gebäuden spielten in der Diskussion eine wichtige Rolle.
Arbeitsprogramm 2027: KI, Resilienz und Konnektivität als Zukunftsthemen
Mit Blick auf das künftige BEREC-Arbeitsprogramm 2027 war die Diskussion deutlich zukunftsorientiert. Im Fokus stand die Frage, wie Europa die digitale Transformation aktiv gestalten kann und welche regulatorischen Prioritäten hierfür gesetzt werden sollten. Als zentrale Zukunftsfelder wurden insbesondere Künstliche Intelligenz, Konnektivität, resiliente digitale Infrastrukturen sowie das Zusammenspiel terrestrischer und satellitengestützter Systeme benannt.
Dabei wurde unterstrichen, dass Regulierung kein Selbstzweck sein darf. Vielmehr muss sie Investitionen, Innovation, fairen Wettbewerb und gesellschaftliche Ziele gleichermaßen ermöglichen. Ebenso deutlich war das Signal, dass Nachhaltigkeit, Inklusion und breite Stakeholder-Beteiligung fester Bestandteil der künftigen digitalen Agenda bleiben müssen.
Klare Signale aus Brüssel
Das 14. BEREC Stakeholder Forum hat erneut verdeutlicht, wie eng die Weiterentwicklung des europäischen Regulierungsrahmens, die Steuerung der Netzmigration und die strategische Vorbereitung auf neue technologische Entwicklungen wie KI miteinander verknüpft sind. Aus Sicht des BREKO bleibt entscheidend, dass Regulierung investitionsfreundlich, wettbewerbssichernd und praxistauglich ausgestaltet wird. Nur so kann der europäische Rahmen den weiteren Ausbau zukunftsfähiger digitaler Infrastrukturen wirksam unterstützen.