25. September 2024

Brandenburg ist beim Glasfaserausbau auf der Überholspur

Bonn, 25.09.2024 – Laut der aktuellen Marktanalyse des Bundesverbands Breitbandkommunikation (BREKO) hat kein Bundesland beim Anschluss von Gebäuden ans Glasfasernetz so stark aufgeholt wie Brandenburg. Der BREKO nennt die Zahlen und erklärt die Hintergründe.

Nirgendwo ist der Anteil der mit Glasfaseranschlüssen versorgten Haushalte im letzten Jahr so schnell gewachsen wie in Brandenburg: Die Glasfaseranschlussquote – der Anteil der mit Glasfaser versorgten Haushalte, Unternehmen und Behörden – stieg dort im Zeitraum Juni 2023 bis Juni 2024 von 35 auf 43 Prozent. Ein sattes Plus von acht Prozentpunkten. Damit gewinnt Brandenburg den Ländervergleich in Punkto Ausbaugeschwindigkeit.

Das sind Ergebnisse der BREKO Marktanalyse 2024, die auf Daten aller relevanten, am Glasfaserausbau in Deutschland beteiligten Unternehmen basiert. Sie ist damit repräsentativ für den deutschen Telekommunikationsmarkt.

Oliver Ulke, stellvertretender Leiter Landespolitik beim BREKO: „Brandenburg ist in Punkto Glasfaser gut aufgestellt. Die am Glasfaserausbau beteiligten Unternehmen haben hier in den letzten Jahren mit großem Engagement für deutliche Fortschritte bei der Versorgung mit dieser zukunftssicheren digitalen Infrastruktur gesorgt. Aber auch die Landesregierung hat ihren Beitrag geleistet, um sowohl den rein privatwirtschaftlich finanzierten als auch den mit öffentlichen Geldern geförderten Glasfaserausbau voranzubringen. Austauschformate wie die Ministerkonferenz zur Strategie „@GigabitBB30“ haben Branche, Politik und Verwaltung noch stärker regional vernetzt.“

Auch beim Ausbau in der Fläche steht Brandenburg im bundesvergleich sehr gut da: Die Glasfaserausbauquote liegt aktuell bei 59 Prozent, deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 43 Prozent. Diese Quote beschreibt den Anteil der Haushalte, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen, bei denen eine Glasfaserleitung zumindest in der Straße liegt. Sie könnten bei Bedarf also mit geringem Aufwand angeschlossen werden. Nur Schleswig-Holstein (89 Prozent) und Hamburg (83 Prozent) sind noch besser erschlossen. Allerdings hat dieser Wert in Brandenburg im letzten Jahr nur um fünf Prozentpunkte zugelegt – die drittschwächste Performance im Ländervergleich.

Ulke: „Dass sich der Glasfaserausbau in der Fläche verlangsamt und zunehmend auf die Hausanschlüsse konzentriert – in Brandenburg noch stärker als im Bund insgesamt – zeigt eine gewisse Verunsicherung im Markt. Angesichts komplizierter Koalitionsverhandlungen wird es jetzt umso wichtiger, das Zukunftsthema Glasfaserausbau auch in der nächsten Landesregierung hoch oben auf der Agenda zu platzieren. Denn bis zur flächendeckenden Glasfaserversorgung für ganz Brandenburg ist es noch ein weiter Weg. Auf diesem Weg brauchen die ausbauenden Unternehmen stabile politische Rahmenbedingungen, auf die sie sich verlassen können. Konkret müssen die politischen Leitplanken für den eigenwirtschaftlichen Ausbau verbessert und die Planungssicherheit für Kommunen und Glasfaser ausbauende Unternehmen erhöht werden. Brandenburg braucht ein langfristiges Konzept für eine bedarfsgerechte Kofinanzierung der Gigabitförderung des Bundes. Außerdem müssen die in der Gigabitstrategie des Landes definierten Maßnahmen konsequent vorangetrieben werden – allen voran die Digitalisierung der Genehmigungsverfahren durch eine flächendeckende Implementierung des OZG-Breitbandportals.“

Alle Zahlen, Daten und Infografiken zur BREKO Marktanalyse 2024 finden Sie hier.

Über den BREKO

Als führender Glasfaserverband mit mehr als 510 Mitgliedsunternehmen setzt sich der Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. (BREKO) erfolgreich für den Wettbewerb im deutschen Telekommunikationsmarkt ein. Seine Mitglieder setzen klar auf die zukunftssichere Glasfaser und zeichnen für mehr als die Hälfte des Ausbaus von Glasfaseranschlüssen in Deutschland verantwortlich. Die über 260 im Verband organisierten Telekommunikations-Netzbetreiber versorgen sowohl Ballungsräume als auch ländliche Gebiete mit zukunftssicheren Glasfaseranschlüssen. Im Jahr 2023 haben sie dafür 4,8 Milliarden Euro investiert. Weitere Informationen finden Sie unter brekoverband.de.