Kupfer-Glasfaser-Upgrade: Gute Ansätze der Bundesnetzagentur – mit zwei großen Haken
Bonn, 20.01.2026 – Gestern hat die Bundesnetzagentur ihr Regulierungskonzept zum Wechsel von Kupfer- auf Glasfasernetze vorgestellt. Dazu sagt Dr. Stephan Albers, Geschäftsführer des Bundesverbands Breitbandkommunikation e.V. (BREKO):
„Im Vergleich zum enttäuschenden Impulspapier aus dem April 2025 ist das neue Regulierungskonzept der Bundesnetzagentur zum Kupfer-Glasfaser-Upgrade ein großer Fortschritt. Wir begrüßen sehr, dass sich die Behörde sowohl für einen diskriminierungsfreien als auch für einen regelbasierten Übergang von den alten DSL- auf zukunftsfähige Glasfasernetze einsetzt. Auch die vorgeschlagene Frist von drei Jahren von der Ankündigung bis zur Abschaltung eines lokalen Kupfernetzes scheint angemessen.
Der Vorschlag, diesen Prozess erst bei einer Glasfaserabdeckung bis in die Wohnungen (FTTH, Homes Connected) von 80 Prozent einzuleiten, geht jedoch an der Realität vorbei. Eine solche Bedingung würde den Technologiewechsel in den allermeisten Gebieten Deutschlands um viele Jahre verzögern und damit das Ziel, den weiteren Glasfaserausbau durch Investitionsanreize zu beschleunigen, konterkarieren. Am Ende träfe es die Verbraucherinnen und Verbraucher, die noch länger auf einen Glasfaseranschluss warten müssten. Eine realistischere Schwelle wären 85 Prozent Homes Passed.
Ein weiterer kritischer Punkt ist die Forderung der Bundesnetzagentur nach einer Gesetzesänderung, um die Wettbewerber der Telekom zu einem „one-size-fits-all“ Open-Access-Modell verpflichten zu können. Eine solche Regulierung würde den regional sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen im Glasfaserausbau nicht gerecht und die Attraktivität von Investitionen in den weiteren Ausbau schmälern. Effektiver Open Access ist auch jetzt schon möglich, wie die stetig steigende Zahl an Kooperationsvereinbarungen zeigt.
Jetzt ist es an den Gesetzgebern auf Bundes- und Europaebene, das Kupfer-Glasfaser-Upgrade schnell und klar zu regeln – für fairen Wettbewerb, attraktive Investitionsbedingungen und im Sinne der Verbraucherinnen und Verbraucher.“
Über den BREKO
Als führender Glasfaserverband mit mehr als 540 Mitgliedsunternehmen setzt sich der Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. (BREKO) erfolgreich für den Wettbewerb im deutschen Telekommunikationsmarkt ein. Seine Mitglieder setzen klar auf die zukunftssichere Glasfaser und zeichnen für mehr als die Hälfte des Ausbaus von Glasfaseranschlüssen in Deutschland verantwortlich. Die über 260 im Verband organisierten Telekommunikations-Netzbetreiber versorgen sowohl Ballungsräume als auch ländliche Gebiete mit zukunftssicheren Glasfaseranschlüssen. Im Jahr 2024 haben sie dafür 4,9 Milliarden Euro investiert. Weitere Informationen finden Sie unter brekoverband.de.
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