Eine teilweise Entlassung der Telekom aus der Regulierung käme zum völlig falschen Zeitpunkt
Bonn, 25.02.2026 – Heute hat die Bundesnetzagentur ein Eckpunktepapier zur Marktdefinition und Marktanalyse zum Festnetzmassenmarkt (Markt 1) veröffentlicht, in dem sie in vier Städten wirksamen Wettbewerb feststellt und eine Deregulierung regionaler Teilmärkte vorsieht. Dazu sagt Sven Knapp, Hauptstadtbüroleiter beim Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. (BREKO):
„Die von der Bundesnetzagentur skizzierte teilweise Entlassung der Telekom aus der Regulierung kommt zum völlig falschen Zeitpunkt. In einer Phase, in der die Telekom so aggressiv auftritt wie nie zuvor, würde eine Deregulierung die Marktmacht des Ex-Monopolisten weiter stärken, Investitionssicherheit gefährden und den Glasfaserausbau spürbar ausbremsen.
Der Großteil des bisherigen Ausbaus wird von Wettbewerbern getragen. Von wirksamem Wettbewerb kann dennoch keine Rede sein. Die Telekom verfolgt eine Re-Monopolisierungsstrategie durch gezielten Doppelausbau, die Verweigerung des Einkaufs von Bitstrom-Vorleistungen, Faser-Mietmodelle und das Commitment-Modell, mit dem große Nachfrager langfristig gebunden werden.
Auch die Methodik der Marktanalyse überzeugt nicht. Zwei alternative Netze mit jeweils 60 Prozent Abdeckung bedeuten noch keinen funktionierenden Wettbewerb. Dafür bräuchte es belastbare Marktanteile im Endkunden- und vor allem im Vorleistungsmarkt.
Statt bestehende Regulierung marktmächtiger Unternehmen abzuschaffen oder neue symmetrische Regulierung einzuführen, müssen jetzt strukturelle Wettbewerbsprobleme gelöst werden. Marktgängige Open-Access-Vereinbarungen mit fairer Risikoverteilung existieren. Das Problem ist nicht falsche oder fehlende Regulierung, sondern ihre konsequente Durchsetzung.“
Über den BREKO
Als führender Glasfaserverband mit mehr als 540 Mitgliedsunternehmen setzt sich der Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. (BREKO) erfolgreich für den Wettbewerb im deutschen Telekommunikationsmarkt ein. Seine Mitglieder setzen klar auf die zukunftssichere Glasfaser und zeichnen für mehr als die Hälfte des Ausbaus von Glasfaseranschlüssen in Deutschland verantwortlich. Die über 260 im Verband organisierten Telekommunikations-Netzbetreiber versorgen sowohl Ballungsräume als auch ländliche Gebiete mit zukunftssicheren Glasfaseranschlüssen. Im Jahr 2024 haben sie dafür 4,9 Milliarden Euro investiert. Weitere Informationen finden Sie unter brekoverband.de.
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