BREKO Pressestatement zum Energieeffizienzgesetz: Nachbesserungen dringend erforderlich
Berlin, 24.06.2026 – Die Bundesregierung hat heute ihren Entwurf für eine Anpassung des Energieeffizienzgesetzes beschlossen. Dazu sagt Sven Knapp, Mitglied der Geschäftsleitung beim Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. (BREKO):
„Die Effizienzvorgaben im Kabinettsentwurf gefährden den weiteren Ausbau der dringend notwendigen Rechenzentrumskapazitäten in Deutschland. Der Entwurf konterkariert die Nationale Rechenzentrumsstrategie und bremst insbesondere den deutschen IT-Mittelstand als wichtigen Treiber der regionalen Digitalisierung und digitalen Souveränität aus. Besonders kritisch sind die schwer erfüllbaren Effizienzkriterien, insbesondere für neue Colocation-Rechenzentren, die Verschärfung des erforderlichen Effizienzwerts (PuE) von 1,3 auf 1,2 für neue Rechenzentren und die weiterhin zu strengen Vorgaben für Bestandsrechenzentren.
Effizienzvorgaben müssen zur jeweiligen Anwendung passen, um ungewollte Nebenwirkungen zu vermeiden: Bei Colocation-Rechenzentren entscheiden die Kunden selbst, welche Hardware sie installieren und wie sie diese auslasten. Deshalb können die Rechenzentrumsbetreiber die vorgesehenen pauschalen Effizienzwerte kaum einhalten. Das kann dazu führen, dass Firmen ihre Server statt im Rechenzentrum deutlich ineffizienter im eigenen Gebäude betreiben – aus Sicht der Nachhaltigkeit ein fataler Rückschritt. Um diesen Effekt zu vermeiden, sollten Colocation-Rechenzentren die Möglichkeit erhalten, bei der Berechnung ihrer Effizienz eine theoretische Auslastung von 80 Prozent anzunehmen. Diese im ursprünglichen Referentenentwurf bereits enthaltene Regelung fehlt im Kabinettsentwurf und sollte im parlamentarischen Verfahren zwingend wieder aufgenommen werden.
Ebenfalls kritisch sehen wir die weiterhin zu strengen Vorgaben für bestehende Rechenzentren. Wenn sich diese nicht zu vertretbaren Kosten umrüsten lassen, um die neuen Effizienzkriterien einzuhalten, müssten sie abgerissen und durch neue Rechenzentren ersetzt werden. Das wäre angesichts des aktuellen Mangels an Rechenkapazitäten weder aus wirtschaftlicher noch aus Klimasicht vertretbar.“
Über den BREKO
Als führender Glasfaserverband mit mehr als 540 Mitgliedsunternehmen setzt sich der Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. (BREKO) erfolgreich für den Wettbewerb im deutschen Telekommunikationsmarkt ein. Seine Mitglieder setzen klar auf die zukunftssichere Glasfaser und zeichnen für mehr als die Hälfte des Ausbaus von Glasfaseranschlüssen in Deutschland verantwortlich. Die über 260 im Verband organisierten Telekommunikations-Netzbetreiber versorgen sowohl Ballungsräume als auch ländliche Gebiete mit zukunftssicheren Glasfaseranschlüssen. Im Jahr 2024 haben sie dafür 4,9 Milliarden Euro investiert. Weitere Informationen finden Sie unter brekoverband.de.
Pressekontakt
Matthias Schuchard
presse@brekoverband.de
+49 176 300 20 943