BREKO-Pressestatement zum DNA-Berichtsentwurf von ITRE-Berichterstatter MEP Michał Kobosko
Brüssel/Bonn, 21. Oktober 2026 – Heute hat der Berichterstatter für den Digital Networks Act (DNA) des Ausschusses für Industrie, Forschung und Energie (ITRE) des Europäischen Parlaments, MEP Michał Kobosko, seinen Berichtsentwurf veröffentlicht. Lisia Mix-Bieber, Leiterin Bundes- und Europapolitik beim Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. (BREKO), sagt dazu:
„BREKO begrüßt, dass der Europaabgeordnete Kobosko am Vorschlag der Europäischen Kommission festhält, einen regelbasierten Ansatz zur Einleitung des Übergangs von Kupfer auf Glasfaser zu verfolgen. Statt sich auf einen weit in der Zukunft liegenden Stichtag zu fokussieren, konzentriert sich der Berichtsentwurf zu Recht auf einen zügigen Start des Prozesses auf Basis klar definierter Kriterien, insbesondere die Glasfaserausbauquote (Homes Passed), sowie auf einen verbindlichen Abschaltprozess, sobald diese Kriterien erfüllt sind. Denn entscheidend ist: Ein erfolgreicher Technologiewechsel sollte durch einen klaren und durchsetzbaren Rahmen vorangetrieben werden und nicht durch ein theoretisches Zieldatum. Eine weitere bemerkenswerte Verbesserung im Berichtsentwurf sind die strengeren Formulierungen gegenüber den EU-Mitgliedstaaten, mit denen diese aufgefordert werden, einen verbindlichen Umstiegsprozess ohne unnötige Verzögerungen einzuleiten.
Wir begrüßen zudem Koboskos Ansatz, die Förderung eines wirksamen Wettbewerbs im Telekommunikationsmarkt als eines der Regulierungsziele des DNA hervorzuheben, wie zuvor vom BREKO vorgeschlagen.
Dieses Ziel spiegelt sich jedoch nicht im Ansatz des Berichts für Mobilfunknetze wider: Die Befürwortung prinzipiell unbegrenzter Frequenzlaufzeiten und eine zusätzliche Verlängerung der Mobilfunkfrequenzen von 40 auf 50 Jahre ohne wirksame Wettbewerbsgarantien würde die bestehende oligopolistische Marktstruktur im Mobilfunkmarkt zementieren und MVNOs sowie Glasfaser-Internetanbieter, die keine eigenen Mobilfunknetze betreiben, stark benachteiligen.
In ihrem DNA-Entwurf führte die Europäische Kommission den Begriff „Gigabitnetze“ ein, verbunden mit einer Aktualisierung der Leistungsmerkmale entsprechend der Entwicklung moderner Glasfasernetze. Vor diesem Hintergrund erscheint Koboskos Vorschlag, den neuen Begriff durch den aus dem Jahr 2018 stammenden Begriff „VHCN“ (Very High Capacity Networks, Netzwerke mit sehr hoher Kapazität) zu ersetzen, als anachronistischer Rückschritt.“
Über den BREKO
Als führender Glasfaserverband mit mehr als 550 Mitgliedsunternehmen setzt sich der Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. (BREKO) erfolgreich für den Wettbewerb im deutschen Telekommunikationsmarkt ein. Seine Mitglieder setzen klar auf die zukunftssichere Glasfaser und zeichnen für mehr als die Hälfte des Ausbaus von Glasfaseranschlüssen in Deutschland verantwortlich. Die über 260 im Verband organisierten Telekommunikations-Netzbetreiber versorgen sowohl Ballungsräume als auch ländliche Gebiete mit zukunftssicheren Glasfaseranschlüssen. Im Jahr 2024 haben sie dafür 4,9 Milliarden Euro investiert. Weitere Informationen finden Sie unter brekoverband.de.
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