EQT Infrastructure und OMERS Infrastructure haben heute bekannt gegeben, dass sie die Deutsche Glasfaser, den am schnellsten wachsenden Anbieter von Gigabit-Glasfaseranschlüssen über „Fiber-to-the-home“ (FTTH), mit mehr als 600.000 angeschlossenen Haushalten und 5.000 Firmenkunden in ganz Deutschland erwerben.

Die Deutsche Glasfaser soll mit der Firma inexio, das sich im bestehenden Portfolio von EQT Infrastructure befindet, zusammengeführt werden. EQT Infrastructure soll dabei 51% und OMERS 49% an der gemeinsamen Gruppe halten.

In den nächsten Jahren will die Gruppe zusammen mehr als 7 Milliarden Euro in den Ausbau von Hochgeschwindigkeits-Internetinfrastruktur in Deutschland investieren und somit nachhaltig zum Ziel der Bundesregierung beitragen, bis 2025 flächendeckend Gigabit-fähige Infrastruktur bereitzustellen.

Die Transaktion unterliegt noch der Kartellfreigabe und kann nach Angaben der Unternehmen voraussichtlich im zweiten Quartal 2020 abgeschlossen werden.

Der BREKO begrüßt ausdrücklich die Übernahme der Deutschen Glasfaser durch die Infrastruktur-Investoren EQT und OMERS und den damit einhergehenden Zusammenschluss der Unternehmen Deutsche Glasfaser und inexio zu einer führenden Glasfaser-Unternehmensgruppe in Deutschland.

„Die Zeichen beim Ausbau der digitalen Infrastruktur in Deutschland stehen klar auf Glasfaser“, erklärt BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers. In den nächsten Jahren beabsichtigt die neue Unternehmensgruppe, mehr als 7 Mrd. EUR in den Glasfaserausbau bis in die Gebäude und Wohnungen von mehr als 6 Mio. Haushalten zu investieren. „Der Einstieg von EQT und OMER und der Zusammenschluss unserer Mitgliedsunternehmen Deutsche Glasfaser und inexio wird dem Glasfaserausbau in Deutschland und damit auch dem Wirtschaftsstandort Deutschland einen riesigen Schub geben. Hier entsteht eine echte ‚Glasfaserfabrik 4.0‘ mit Open Access als eingebautem Katalysator für noch schnelleren Glasfaserausbau in Deutschland.“

Das aktuelle Beispiel Deutsche Glasfaser und inexio, aber auch der Einstieg von Finanzinvestoren bei einer Reihe kleinerer, mittelständischer Telekommunikationsunternehmen wie z.B. BBV, götel, GVG Glasfaser oder Titan Networks sowie das Großprojekt „Glasfaser Nordwest“ (Joint Venture von Deutscher Telekom und EWE) zeigt sehr deutlich, dass im Telekommunikationsmarkt ausreichend Kapital vorhanden ist, um den Glasfaserausbau zu den Bürgerinnen und Bürgern und Unternehmen zu bringen.

BREKO-Geschäftsführer Albers mahnt daher auch in Bezug auf Bestrebungen der Bundesregierung, durch deutlich ausgeweitete staatliche Förderprogramme (die sog. „graue Flecken Förderung“) in den funktionierenden Markt einzugreifen: „Geld allein baut keine Glasfasernetze. Staatliche Förderung mit der ‚Gießkanne‘ und ohne eine klare Priorisierung zugunsten besonders schlecht versorgter Gebiete wird den Glasfaserausbau nicht beschleunigen, sondern verlangsamen, da die ohnehin schon knappen Tiefbau- und Planungskapazitäten in Förderprojekten gebunden werden und für den eigenwirtschaftlichen Ausbau dann nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Telekommunikationsunternehmen wollen und werden den wesentlichen Teil des Ausbaus eigenwirtschaftlich realisieren. Die BREKO-Mitgliedsunternehmen sind sich ihrer Verantwortung für die digitale Zukunft Deutschlands bewusst und werden durch den Glasfaserausbau in Städten und Kommunen einen wesentlichen Beitrag dazu leisten.“

Albers abschließend: „Neben einem klaren Vorrang des eigenwirtschaftlichen Ausbaus und ergänzender maßvoller Förderung brauchen wir Entbürokratisierung in Form schnellerer und einfacherer Genehmigungsverfahren sowie die Akzeptanz alternativer Verlegemethoden.“

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