Das BREKO-Mitgliedsunternehmen Deutsche Glasfaser und die Deutsche Telekom haben heute bekanntgegeben, im Rahmen eines Pilotprojekts erstmals miteinander zu kooperieren. Eine entsprechende Absichtserklärung haben Dirk Wössner (Sprecher der Geschäftsführung, Telekom Deutschland) und Uwe Nickl (Geschäftsführer Deutsche Glasfaser) unterzeichnet.

Im Rahmen des Pilotprojekts nutzt die Deutsche Telekom das Glasfasernetz der Deutschen Glasfaser in Lüdinghausen (Nordrhein-Westfalen), um Privathaushalten und Unternehmen ihr Produktportfolio anbieten zu können. Bürger und Gewerbetreibende in Lüdinghausen haben über das Glasfasernetz der Deutschen Glasfaser damit künftig die Auswahl zwischen zwei Anbietern mit unterschiedlichen Angeboten. Auf Basis der Erfahrungen in Lüdinghausen wollen die beiden Unternehmen weitere Glasfaser-Kooperationsprojekte prüfen.

Die Kooperation zwischen Deutscher Glasfaser und Deutscher Telekom sieht der BREKO positiv: „Das ist eine Win-Win-Konstellation für alle Beteiligten und ein weiteres starkes Signal dafür, dass der Glasfaserausbau richtig Fahrt aufnimmt. Die Kunden haben auf diese Weise die Auswahl zwischen verschiedenen Anbietern, und der Ausbau von zukunftssicheren Glasfaseranschlüssen bis in die Gebäude und Wohnungen wird durch die stärkere Nutzung bereits gebauter Glasfasernetze weiter vorangetrieben“, sagt BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers. „Es ist absolut logisch, dass die Anbieter beim Glasfaserausbau zusammenarbeiten und insbesondere auch große Player die zukunftssicheren Glasfasernetze auf Basis von ‚Open-Access‘ zur Versorgung ihrer Kunden nutzen. Für den BREKO gilt das klare Motto: Open Access statt volkswirtschaftlich unsinnigem Doppelausbau.“

Schon heute nutzt die Deutsche Telekom die Netzinfrastruktur von BREKO-Mitgliedsunternehmen wie R-KOM (Regensburg), süc//dacor (Coburg), SWU Telenet (Ulm) oder Telepark Passau, um ihre Produkte Haushalten und Unternehmen in den betreffenden Regionen anbieten zu können.

Verbandsgeschäftsführer Albers prognostiziert: „2020 wird ein echtes Glasfaserjahr. Es geht jetzt Schlag auf Schlag, und wir werden in diesem Jahr zusätzlich zu den bereits bekannten Kooperationen eine Vielzahl weiterer partnerschaftlicher Ausbauprojekte und einen deutlichen Schub beim Glasfaserausbau sehen.“

Dabei steht für den führenden deutschen Glasfaserverband der eigenwirtschaftliche Ausbau klar im Vordergrund. Das Geschäftsmodell Glasfaserausbau boomt und wird für Finanzinvestoren immer attraktiver. Nicht umsonst hat die Deutsche Glasfaser erst vor wenigen Tagen ihren Finanzierungsrahmen erheblich erweitert. Im November 2019 hatte der Infrastruktur-Investor EQT das BREKO-Mitgliedsunternehmen Inexio für rund 1 Milliarde Euro übernommen. Zudem investierten Finanzinvestoren in der jüngeren Vergangenheit auch in regional tätige BREKO-Netzbetreiber wie BBV, goetel, NDIX oder Titan Networks, die den Glasfaserausbau bis in die Gebäude und Wohnungen ebenfalls mit Nachdruck vorantreiben.

„Die Dynamik des marktgetriebenen, eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbaus nimmt immer weiter zu. Die Politik darf in dieser Situation nicht den Fehler machen, den Markt mit weiteren Fördermilliarden zu fluten und so den eigenwirtschaftlichen Ausbau abzuwürgen. Die vom Bundesverkehrsministerium geplante, so genannte ‚Graue-Flecken-Förderung‘ muss maßvoll umgesetzt werden und eine klare Priorisierung zugunsten besonders schlecht versorgter Gebiete vorsehen“, unterstreicht Dr. Stephan Albers.

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