Das BREKO-Mitgliedsunternehmen EWE und die Deutsche Telekom haben heute das gemeinsame Unternehmen „Glasfaser Nordwest“ gegründet, nachdem das Bundeskartellamt am 30. Dezember vergangenen Jahres offiziell grünes Licht für das Joint-Venture gegeben hatte. Glasfaser Nordwest hat seinen Firmensitz in Oldenburg und will bis zu 1,5 Millionen Haushalte und Unternehmen in Teilen Niedersachsens, Nordrhein-Westfalens und Bremens mit zukunftssicheren Glasfaseranschlüssen bis in die Gebäude versorgen. EWE und Deutsche Telekom rechnen mit Investitionen von bis zu zwei Milliarden Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren.

Das neue Gemeinschaftsunternehmen will umgehend mit dem Glasfaserausbau starten. Die ersten Ausbaugebiete befinden sich nach Unternehmensangaben in Vechta, Belm und Cloppenburg, gefolgt von Achim, Bremen, Bremerhaven, Delmenhorst, Emsdetten, Georgsmarienhütte, Oldenburg, Stade und Tostedt.

Glasfaser Nordwest will die Glasfaser allen interessierten Unternehmen zu „üblichen und diskriminierungsfreien kommerziellen Bedingungen“ zur Verfügung stellen. Das Gemeinschaftsunternehmen wird dabei keine Telekommunikationsdienste direkt an Endkunden vermarkten. Vielmehr sollen EWE, Deutscher Telekom sowie anderen TK-Unternehmen wettbewerbsoffen Glasfaserzugänge angeboten werden. Andere Unternehmen können diese Glasfaserinfrastruktur zu festgelegten Konditionen einkaufen („Wholebuy“), mit eigenen Produkten „veredeln“ und ihren Endkunden im Anschluss als eigenständiges Produkt anbieten.

Der BREKO begrüßt die Gründung des neuen Gemeinschaftsunternehmens, da der angekündigte Glasfaserausbau viele Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen im Nordwesten Deutschlands mit zukunftssicheren Glasfaseranschlüssen bis direkt in die Gebäude und Wohnungen versorgen wird.

Für BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers stellt die Gründung von Glasfaser Nordwest den Beginn einer Welle von Kooperationen beim Glasfaserausbau dar. „Das Motto muss lauten: Kooperationen beim Glasfaserausbau anstelle von volkswirtschaftlich unsinnigem Überbau!“, betont Albers. „Kein Unternehmen wird den Glasfaserausbau in Deutschland allein stemmen können. Daher ist es absolut folgerichtig, dass die Marktteilnehmer beim Glasfaserausbau zusammenarbeiten und insbesondere auch große Player die zukunftssicheren Glasfasernetze auf Basis von Open-Access-Modellen zur Versorgung ihrer Kunden in Anspruch nehmen.“

„Die Gründung von Glasfaser Nordwest ist ein eindrücklicher Beweis dafür, dass das in der Vergangenheit schon totgesagte Festnetz in Deutschland boomt und auch zukünftig nicht durch den Mobilfunk ersetzt wird“, unterstreicht der Verbandsgeschäftsführer. „Hier haben sich zwei Großunternehmen dazu entschieden, klar auf kupferfreie, zukunftssichere Glasfaseranschlüsse zu setzen. Denn es ist glasklar: Nur direkte Glasfaseranschlüsse bis in die Gebäude und Wohnungen sind in der Lage, die künftigen Anforderungen nicht nur von Gewerbe-, sondern auch Privatkunden zu erfüllen und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands im internationalen Vergleich zu sichern. Es wäre fatal, nur auf den Mobilfunk zu setzen. Die Veröffentlichung der Berichte zur Erfüllung der Versorgungsauflagen aus der Frequenzauktion 2015 spricht hier eine klare Sprache.“

Um den flächendeckenden Rollout von Glasfaseranschlüssen in Deutschland zu beschleunigen, hat der BREKO als führender deutscher Glasfaserverband eine eigene Handelsplattform für Glasfaseranschlüsse etabliert (BREKO Handelsplattform – das „eBay für Glasfaseranschlüsse“). Durch die konsequente Nutzung einer offenen Handelsplattform für Glasfaseranschlüsse lassen sich auch die zur Verfügung stehenden Fördergelder effizienter nutzen: Denn Netzbetreiber, die Glasfasernetze mit Hilfe öffentlicher Fördergelder ausrollen, sind dazu verpflichtet, ihre Netze für andere Nachfrager zu fairen Bedingungen zu öffnen.

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